Gemeinsam auf dem Weg ins digitale Dorf?

Die Wege in der Stadt scheinen uns kürzer, als unsere. Die Menschen scheinen besser versorgt zu sein, sich besser versorgen zu können. Haben kürzere Wege zur Arbeit, besser bezahlte Arbeit. Können um die Ecke ein Bier trinken gehen, ins Kino, ins Museum. Zügig erreichbare Krankenhäuser und Ärzte in jedem Stadtteil. Sie haben eine Infrastruktur, die uns wegen der dünneren Besiedlung und der längeren Wege fehlt.

Wussten Sie das? Zwei Drittel aller Menschen in der Bundesrepublik leben auf dem Land. Wir leben hier, weil wir die Weite, die Luft und den Zusammenhalt der Menschen schätzen. Um nur einige Pluspunkte aufzuzählen. Als wir uns entschlossen, herzuziehen, gab es noch einen Kaufmann, eine Bank, eine Post, eine Kneipe. Vieles hat sich verändert. Aber nicht notwendigerweise verschlechtert, nur eben verändert.

Wir gemeinsam haben es im vergangenen Jahr geschafft, unser Dorf und bald auch die ganze Gemeinde mit Glasfaser bis in jedes Haus zu versorgen.

Das ist die Voraussetzung, um zukünftig Leben und Arbeit ins Dorf zu bringen, uns zu vernetzen, Informationen für alle zugänglich zu machen, sich beteiligen zu können, versorgt zu werden. Soweit sind wir also. Was könnte die Zukunft bringen?

Digitale Dienste erleichtern unseren Alltag und unser Leben.

Es gibt erste Modellregionen, die sich mit Themen wie Dorffunk, regionalen Online Marktplätzen, Mitfahrgelegenheiten und einer Art Gemeindeapp beschäftigen, um zu schauen, was Bürger wollen.

Der „Dorffunk“ bringt Menschen zusammen, die Tauschen und Finden wollen, etwas mitbringen und mitgebracht haben wollen, Hilfe anbieten oder benötigen. Regionale Onlinemarktplätze könnten Bestellungen aufnehmen, um sich mit Lebensmitteln versorgen zu lassen und um regionalen Anbietern Ihre Angebote und Dienstleistungen darstellen lassen zu können. Bürger könnten sich zum Mitfahren verabreden, donnerstags zum Arzt oder samstags zum Markt? Kein Problem. Und eine Gemeindeapp könnte die Anfragen der Bürger bündeln und zukünftig auch eine Passverlängerung online beantragen. Hier könnten Gemeindevertretungssitzungen übertragen werden, Sitzungsvorlagen eingesehen und vielleicht auch Wahlen organisiert werden. Das Stichwort hier heißt E-Government.

Auch medizinische und pflegerische Versorgung könnte digital organisiert werden. Erreichbare Ärzte auf einer digitalen Plattform, Termine würden online vereinbart, Chats erleichtern Diagnose und medizinische Daten könnten von den Patienten selbst in Teilen geliefert werden. Stichwort: E-Health.

Mehr Menschen könnten von zuhause arbeiten und hätten so deutlich mehr Lebenszeit zur Verfügung, die der eigenen Familie, den Nachbarn oder auch dem Dorf zu Gute kommen würde.

Natürlich ersetzt die digitale Kommunikation weder die persönliche Unterhaltung, noch die geschüttelte Hand, noch die Umarmung. Aber sie bietet vielfältige Möglichkeiten, uns in unseren Dörfern zu versorgen, uns zu vernetzen, uns zu beteiligen und uns zu informieren! Wer weiterlesen möchte: www.digitale-doerfer.de